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Xenoblade Chronicles X - Review-Debatte

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Kämpfen für den Erfolg

Sebastian:
Kernstück der meisten Rollenspiele ist sicherlich das Kampfsystem. In Anbetracht dessen, dass man abseits von Herumlaufen in Xenoblade Chronicles X vorrangig kämpft, ist das sicherlich auch hier eine angemessene Aussage. Das Kampfsystem ist wie schon im Vorgänger halbautomatisch. Der Spieler kann zwischen Nah- und Fernkampf wechseln, greift aber automatisch an. Die Teammitglieder handeln weitgehend autonom, man kann ihnen allerdings einige Kommandos geben, um wenigstens ein bisschen Kontrolle auszuüben. Zusätzlich kann man zuvor im Menü festgelegte Spezialfähigkeiten auf Knopfdruck einsetzen, dabei können neben stärkeren Angriffen auch Effekte wie Lähmung oder Heilung Folge solcher Spezialfähigkeiten sein. Leider ist der strategische Einfluss im Kampf selbst stark limitiert und über weite Teile des Spiels gibt es einen schmalen Korridor, wo Spielereingaben über Sieg und Niederlage mitentscheiden. Unterhalb dieses Level-Fensters gewinnt man automatisch, auch wenn man das GamePad zur Seite legt, oberhalb verliert man automatisch, egal was man tut. Dadurch, dass die Tiere im Spiel sehr verschiedene Level aufweisen, auch in einem einzigen Gebiet, wird man mit allen drei Bereichen regelmäßig konfrontiert. Zwar kann man durch Ausrüstung (Effekt: Hoch!) oder durch Fähigkeitenauswahl (Effekt: Gering!) den Korridor ein wenig verschieben oder sich sogar auf bestimmte Gegnertypen einstellen, doch bedenkt man die Komplexität der möglichen Einstellungen für das Kampfsystem, von Klassenwechseln über Fähigkeitenwahl bis zu Befehlen gegenüber den Mitstreitern, ist der strategische Wert einfach viel zu gering.

Maximilian:
Tatsächlich ist das Kampfsystem der Figuren zu Fuß zu simpel gestrickt. In den meisten Fällen bestimmt der von Sebastian angesprochene "Levelkorridor", ob man einen Kampf gewinnen kann oder nicht. Allzu viel Gewicht darauf legen muss man allerdings nicht, gilt ähnliches für Rollenspiele aller Art, wenn sie nicht gerade mit der Spielerfigur skalieren. Was in den ersten 30 Stunden daher als arg simpel gestrickt anmutet, entpuppt sich spätestens mit Erlangen des Skell-Mechas als nicht mehr als eine Art ausgeweitetes Tutorial, als Akklimatisation an das Filetstück des Spiels: Besagte Skells lassen sich komplett individuell ausrüsten, mehr als ein halbes Dutzend an Slots können mit verschiedenen Waffen ausgerüstet werden. Weitere Slots mit Attributverstärkungen. Und schließlich die bereits erwähnte Augmentation, die beispielsweise Kampfstärke oder Ausweichvermögen drastisch verbessert. Wie drastisch diese Veränderungen am eigenen Kampfroboter zu Buche schlagen, wird ersichtlich, wenn man ein paar der Skellwaffen ausprobiert hat. Schnelle Angriffe mit riesigen Lichtschwertern, weniger frequente Angriffe mit einer breiten Energieklinge, hochfrequentes Sturmgewehrfeuer oder wohl dosierte Sniper-Geschosse. Dazu Nahangriffe mittels mannsgroßem Messer oder Katar. Je nach ausgerüsteter Waffe verändern sich die verfügbaren Spezialangriffe im Kampfbildschirm. Wer mächtigere Waffen ausrüstet, verliert mitunter die Möglichkeit, alle Waffen-Slots zu belegen und damit auch eine oder mehrere Spezialangriffe - zugunsten eines einzelnen, mächtigen Angriffs. Im späteren Spielverlauf gibt es gar sogenannte Superwaffen, die zum Teil vier Spezialangriffe in sich vereinen und entsprechend die meisten Gegner gleichen Levels mit einem einzigen Schuss vernichten. Das geht auch zu Lasten des Miraniumverbrauchs des Skells - was normalerweise beinahe zu vernachlässigen ist, bedingt hier ein Auftanken des Vorrats nach ein paar wenigen Einsätzen. Damit wird auch ersichtlich, warum es den von Kollege Sebastian kritisierten Treibstoff überhaupt gibt: Neben des Umstandes, dass es dazu beiträgt, die Welt relevant zu halten und den Spieler anzuregen, für Nachschub zu sorgen, verhindert der zur Verfügung stehende Treibstoff, dass Superwaffen ohne Limitation eingesetzt werden. Auch im Aspekt des Kämpfens zeigt sich, dass Xenoblade Chronicles X diejenigen Spieler belohnt, die sich dafür interessieren.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner / Sebastian Küpper
Testbericht
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Leserwertung:
7.8