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Xenoblade Chronicles X - Review-Debatte

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Gestrandet im Xenoverse

Maximilian:
Der Wechsel vom Fantasy- hin zum Science-Fiction-Setting wird von der ersten Sekunde an deutlich: Unbekannte, übermächtige Alien-Völker zerstören die Erde - vollständig - und zwingen ein paar glückliche Menschen dazu, in Archeschiffen ins All zu flüchten. Eines dieser Archeschiffe ist die White Whale, die später auf dem Planeten Mira abstürzt. Was anfangs nach einem völlig verlassenen Planeten anmutet, entpuppt sich mit fortschreitendem Spielverlauf als Sammelsurium der bizarrsten Alien-Völker. Dabei macht sich der Aufbauaspekt der Stadt Neo Los Angeles bemerkbar. Ähnlich wie Kolonie 6 im Vorgänger für Wii und New Nintendo 3DS entwickelt sich auch NLA stetig weiter, je nach dem welche Sidequests man erledigt. Während man im Verlauf der Hauptgeschichte auf lediglich zwei bis drei Alien-Völker trifft, stoßen über die meist völlig optionalen Nebenmissionen viele weitere hinzu. Laufen also zu Spielbeginn lediglich ein paar Menschen durch die Straßen von NLA, füllen sich die innerstädtischen Gebiete nach und nach mit (kuriosem) Leben. Die Komplexität von NLA ist dabei auch notwendig: Die abgestürzte Wohneinheit der White Whale ist die einzige größere Stadt im gesamten Spiel. Anders als im Vorgänger und den meisten Rollenspielen wird in XCX keine Reise beschrieben, sondern der Überlebenskampf der Restmenschheit, die ihre fixe Basis besitzt. So kommt es, dass man immer wieder Missionen annimmt, hinaus in die Wildnis zieht, um Aufträge zu erledigen, um anschließend wieder nach NLA zurückzukehren und zu gucken, was sich verändert hat.

Sebastian:
Die Zentrierung auf NLA treibt allerdings auch Stilblüten, die dem Spielfluss stark entgegen stehen. NLA ist ein Rückzugspunkt, den man natürlicherweise immer wieder aufsucht, um neue Missionen – sowohl Haupt- als auch Nebenmissionen – anzunehmen, es hat aber gleichzeitig die Funktion eines aufwändigeren und komplizierteren Menüs. Besonders auffällig ist, dass man sein Team von insgesamt vier Charakteren nicht komfortabel in einem Menü zusammen stellen kann. Stattdessen sind die Charaktere, die man in sein Team aufnehmen kann, in der Stadt verteilt. Man kann zwar jederzeit über das Menü Teammitglieder aus dem Team werfen, um ein Teammitglied wieder mitzunehmen, muss man es allerdings in der Stadt lokalisieren, mit ihm sprechen und es dann im Menü dem Team hinzufügen. Auch weitere Funktionen wie die Umgestaltung des eigenen Skells können nur in der Hauptstadt vorgenommen werden. Zusammen mit dem Umstand, dass man in nahezu allen relevanten Missionen neben dem Hauptcharakter Elma und Lin mitnehmen muss, also nur einen einzigen Slot hat, der variabel belegt werden kann, bedarf es schon viel Disziplin, die Charaktere regelmäßig durchzuwechseln. Da die Charaktere auf der Ersatzbank nicht mitleveln kann sich mangelnde Diszplin in dieser Hinsicht allerdings in der einen oder anderen Grinding-Session niederschlagen, wenn man das vierte Teammitglied mal wieder wechseln muss und nicht in jedem größeren Kampf dauerhaft auf seinen vierten Mann verzichten möchte. Für manche Spieler mag diese direkte Interaktion in der Spielwelt zur Teamzusammenstellung attraktiv sein, dass keine komfortable und schnelle Menülösung – oder wenigstens ein einzelner zentraler Sammelplatz für Teammitglieder angeboten wird, ist hingegen schwer verdaulich.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner / Sebastian Küpper
Testbericht
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Leserwertung:
7.8