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The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

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Taktvolles Remake 
Alte inhaltliche Schwächen sind bei all den Lobhuldigungen nach wie vor vorhanden. Wie zuvor erwähnt halten sich motivierende Belohnungen für Sidequests arg in Grenzen. Trotz Entschärfung sind die Triforce-Splitter noch immer mehr oder weniger vorhanden und nicht in, wie von den Fans verlangt, eigene Dungeons verpackt, von denen The Wind Waker tatsächlich weniger besitzt, als die meisten anderen Zelda-Spiele. Und dann muss man Lieder auch heute noch ständig selbst spielen und kann sie nicht automatisiert ablaufen lassen, was vor allem in den späteren Tempeln nervig wird, wo man begleitende Figuren wiederholt mittels Lied übernehmen muss. Das HD-Remake nimmt sich der ärgsten Mängel an, hat allerdings keinerlei Intention, ein neues Spiel zu erschaffen. The Wind Waker HD bleibt The Wind Waker. Zumindest in streng inhaltlicher Hinsicht. Produzent Eiji Aonuma meinte erst kürzlich in einem Interview, dass man mit Veränderungen vorsichtig umgehen müsse. Auch beim 3DS-Remake zu Ocarina of Time herrschte diese Devise. Einige werden es begrüßen, andere verdammen. Grundsätzlich gilt, dass niemand, der das Spiel damals schon fad fand, es heute lieben wird. Dazu fehlt es an Neuem. Vielleicht hilft ja aber der enorm gesteigerte Komfort, so manch einen zu konvertieren. Dank Gamepad hat man ständig die Karte im Blick, kann Items on-the-fly wechseln und darf dank Off-TV-Funktionalität sogar ganz ohne Fernseher spielen. Das Gamepad als Übersicht macht sich umso praktischer, wenn man alle Anzeigen (bis auf Herzcontainer und Rubinanzeige) deaktiviert, um am Fernseher ein beinahe HUD-freies Geschehen darstellen zu können. Es fehlt stellenweise nur eine Kleinigkeit, und The Wind Waker HD käme als (hochgradig) interaktiver Zeichentrickfilm daher.
FAZIT
The Legend of Zelda: The Wind Waker HD ist die bislang fortgeschrittenste Evolution des Zelda-Prinzips. In einer weiten, offenen Welt obliegt es dem Spieler, wohin er geht, was er erforschen möchte, was er tun will. Eine simple, aber effektiv präsentierte Geschichte hält dazu an, weiterzuspielen, lässt aber genug Freiraum, um der vermeintlich ziellosen Suche Platz zu lassen. Und so segelt man völlig abseits des auf der Karte angezeigten Ziel und versucht, unbekannte Eilande zu entdecken. Dabei trägt man neue Inseln auf der eigenen Karte ein, indem man den Fischen Futter zuwirft. Man kann auf einmal doppelt so viele Bomben mit sich tragen, weil man ein Feen-Cordial entdeckt hat. Oder man erhält den Hinweis auf ein länger angelegtes Rätsel, das man noch nicht lösen kann, sich jedoch bereits jetzt darauf freut, irgendwann einmal an denselben Ort zurückzukehren. Dem audiovisuellen Schauspiel aus HD-Auflösung, Breitbildformat, kräftigeren Farben, Bloom-Effekt, überarbeitetem Soundtrack und Setting entspringt ein Forscherdrang, den nur das vielgepriesene Xenoblade Chronicles für Wii zu übertreffen vermag. Nichts ist schöner, als eine unbekannte Insel zu entdecken, selbständig über Bord zu hüpfen, ein paar Meter im kalten Nass zurückzulegen, um dann zu Fuß das Ufer eines neuen Geheimnisses zu betreten. Und einem dabei die Sonne ein Gemälde an den Horizont zaubert oder die Nacht die Heimlichkeit noch nach oben steigert. Ich bin nicht sicher, ob das Folgende Kompliment oder Kritik darstellt, dennoch: Wäre The Wind Waker nicht 2003 erschienen und hätte Nintendo The Wind Waker HD als neues Zelda enthüllt, es wäre inhaltlich nicht weniger beeindruckend als das neueste Zelda davor.
 
Daher für Einzelspieler sehr gut bis herausragend.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
9.2