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Pikmin 3

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Natur Pur
Ein Umstand, der gerade in Nintendo-Spielen oftmals zu wünschen übrig lässt, ist die Präsentation einer glaubhaften Spielwelt. Viel zu oft dient die Ausrede "Gameplay über Grafik" als Entschuldigung dafür, künstliche Elemente in eine an und für sich pseudo-realistische Umgebung zu packen. Ob das die Enterhaken-Zielscheiben in Zelda: Skyward Sword sind oder die lila Energiekugeln und Raketen, die in Metroid Prime in der Gegend schweben. In Pikmin 3 gibt es eine einzige Ausnahme dieser Art, nämlich die eingangs erwähnten Pikmin-Chips. Abgesehen davon befindet man sich in einer in sich schlüssigen, optisch glaubhaften Welt. Man wandelt über Wiesen, Steine, Sand, wandert Hügel hinauf, erklimmt Baumstümpfe oder rutscht an Grashalmen herab. Die beeindruckendsten Szenerien sind diejenigen, in denen die Kamera fixiert ist und man im Hintergrund die weite Welt, jenseits des begehbaren Spielgebiets, sehen kann, begleitet vom effektvollen Unschärfeeffekt. Der findet auch im restlichen Spiel seinen Einsatz und verleiht dem Spiel eine besondere visuelle Tiefe, egal ob auf die Umgebung oder sich bewegende Tierchen bezogen. Und dank Foto-Funktion kann man aus der Ich-Perspektive der Raumfahrer unzählige faszinierende Screenshots schießen und im Miiverse posten.

Bei all dem Lob sei aber gesagt, dass man dem Spiel die Wii-Ursprünge an verschiedener Stelle deutlich ansehen kann. Allem voran wären da die vergleichsweise matschigen Bodentexturen, die einfach nicht mehr sein müssten. Ebenso ist die Spielumgebung zu kantig, mehr Polygone hätten da nicht geschadet. Mehr Mühe hat man sich mit der Fauna gegeben, denn wirklich alles, was sich bewegt, sieht klasse aus. Die Pikmin selbst sind ohnehin unendlich putzig, noch amüsanter ist es, wenn sie, wie Ameisen im echten Leben, einem exakten Pfad folgen, nämlich dem des Spielers. Läuft man einen Bogen, kürzen die Pikmin nicht entlang einer Geraden ab, sondern laufen den Bogen selbst nach. Aber auch die zahlreichen Monster, immer darauf aus, die süßen Helfer aufzufressen, sind bis ins Detail animiert. Am beeindruckendsten sind selbstverständlich die Bossgegner, von denen es ruhig mehr hätte geben dürfen. Ob Fell, Kristallpanzer oder Schuppenhaut, an Effekten wird nicht gegeizt. Musikalisch werden einem zwar keine Ohrwürmer geliefert, dafür unterstreicht die jeweilige Melodie hervorragend das Umherirren in einer fremden Welt. Und wenn es dann doch mal zur Sache geht, zeigt auch der Soundtrack von Pikmin 3, dass mehr als nur Ambience-Klänge drin sind. Wirklich schade ist die fehlende Sprachausgabe für die drei neuen Helden, was umso mehr ins Gewicht fällt, als doch das Intro und Ende des Spiels ein paar Fetzen englischen Erzähler zum Besten geben. Und gerade beim Pixar-esquen Design der drei neuen Raumfahrer hätte sich dieser letzte Schritt auf der Bemühungsleiter angeboten.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
9.1