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Pikmin 3

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Pikmin + Spielwelt = Tu wonach dir ist!
Der vielleicht beste Aspekt an Pikmin 3 ist die Pseudo-Non-Linearität des Missions-Designs. Selbstverständlich existiert eine Hauptgeschichte, die man in etwa zwölf Stunden beenden kann. Da jedoch die meisten Früchte erst zum Spielende überhaupt dank neuer Pikmin-Arten erreichbar werden, hat man durch das Besiegen des Endgegners nur eine Hälfte des Spiels gesehen. Viele Früchte sind mit teils cleveren, natürlich ins Geschehen integrierten Puzzles verknüpft, die man allesamt verpassen würde, würde man lediglich dem Hauptstrang folgen. Das Grandiose aber ist bei alledem, dass man als Spieler die Wahl hat: Was will ich an diesem Spieltag machen? Planen sollte man, denn ein Ingame-Tag vergeht oft schneller, als einem lieb ist. Da landet man also wieder einmal auf dem Planeten und kann ein größeres Monster bekämpfen. Oder sich auf die Suche nach den Einzelteilen einer kaputten Brücke begeben. Oder einen Elektrozaun oder Sandwall zerstören, um einen neuen Weg zu erkunden. Oder Rohstoffe sammeln, um mehr Pikmin zu erzeugen. Und all das könnte man zur gleichen Zeit tun. Teilweise kann man das auch, denn dank der drei Spielfiguren kann man an drei Orten zugleich agieren. Allerdings ist es mitunter notwendig, zu dritt zusammenzuarbeiten, um neue Stellen zu erreichen. Zugegeben, ganz zu Beginn sollte man sich ein bisschen näher an die Story halten, denn nur so kommt man an neue Pikmin-Farben. Doch schneller als man meint, hat man die Qual der Wahl. Eine überaus angenehme Qual. Darunter fällt auch die Entscheidung der Steuerungsvariante. Lange Zeit haben Fans nach einer "Wiimote+Nunchuk"-Steuerung geschrien, sie schließlich in den Wii-Versionen der beiden Vorgänger bekommen. Dieselbe Option stellt sich auch in Pikmin 3. Das GamePad ist möglicherweise aber doch die bessere Wahl, zu praktisch ist die Kartenansicht am kleinen Bildschirm, über die man die drei Raumfahrer unabhängig voneinander an Zielorte schicken kann. Dazu gibt es am Ende eines jeden Tages eine interessante Replay-Funktion, die im FastFoward-Verfahren zeigt, welche Wege man diesmal abgelaufen ist. Für die Planung des nächsten Tages mehr als praktisch.

Für Stress-Fanatiker
Alles in allem ist Pikmin 3 ein großer Spaß, der Hauptmodus stellt sich für Spieler, die eine Herausforderung suchen, jedoch zu einfach dar. Nintendo scheint dies nicht unter dem Radar durchgegangen zu sein, nur so lässt sich der separate Missions-Modus erklären. In drei verschiedenen Varianten geht es darum, innerhalb eines knappen Zeitlimits Gegner zu erledigen, Schätze zu sammeln oder Bossgegner zu besiegen. Gerade wenn man mit nur einer Handvoll Pikmin startet und in sieben Minuten diverse riesige Monster überwinden soll, ist eine straffe Planung das A und O. Erleichtern kann man sich die Aufgaben, indem man im Koop-Modus mit einem anderen menschlichen Spieler zusammenarbeitet. Ein Medaillen-System bewertet das persönliche Abschneiden dann nach Punkten.

Auch ein Mehrspieler-Modus ist mit an Bord, wenn auch nur als arg kurzweiliges Anhängsel. Beide Kontrahenten erhalten eine Bingo-Karte und müssen fortan diejenigen Früchte sammeln, die zum Vervollständigen einer der Bingoreihen führt. Immerhin darf man sich auf den eigens dafür entworfenen Levelmaps auch gegenseitig beharken, mehr oder minder sinnbefreit. Dennoch sollte jedem Interessenten klar sein, dass Pikmin 3 kein Mehrspieler-Titel ist. Selbst wenn sich die drei spielbaren Figuren auch im Abenteuer-Modus für eine Koop-Variante angeboten hätten. Wer weiß, vielleicht im vierten Teil dann.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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Leserwertung:
9.1