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Batman: Arkham Orgins Blackgate - Deluxe Edition

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Kampf dem Pixelbrei
Eine der größten Schwächen der Handheld-Ableger war die Steuerung des dunklen Ritters. Nicht immer gelang – vor allem in den Kämpfen – das, was wir als Spieler von der Fledermaus wollten. Da wurde dann plötzlich nicht gekontert, nicht den Umhang zur Betäubung eingesetzt und auch kein Salto über den Gegner geschlagen. In der Deluxe Edition sind diese Schwächen noch immer vorhanden, wenn auch in abgemilderter Form. Allerdings zeigt sich hier nun im direkten Vergleich, dass das Kampfsystem von Blackgate um Längen hinter den sehr intuitiven Faustkämpfen der großen Ableger zurückbleibt.
Die Armature Studios haben dafür an anderer Front für Verbesserung gesorgt. Die miserable 2D-Karte, die auf 3DS und Vita einer gelungenen Orientierung im Wege stand, wurde durch eine den Umständen entsprechend sehr gelungene 3D-Karte ersetzt. Doch dies bleibt die einzige, wirklich nennenswerte Veränderung des Ports. Zwar sieht Batman jetzt nicht nur besser aus, sondern scheint sich auch geschmeidiger zu bewegen, dafür hinken alle anderen Charaktermodelle dem aktuellen Stand der Technik arg hinterher. In den kurzen Zeitlupensequenzen, wenn der dunkle Ritter einen der sehr seltenen Faustkämpfe zu seinem Ende bringt, fällt dies am meisten auf, wenn der bewusstlose Körper eines Schlägers wie ein widerlicher Klumpen Pixelbrei zu Boden geht, für den sich sogar an manchen Stellen der Prozessor der PlayStation One schämen würde.

FAZIT
Für Batmans ersten Ausflug auf einem Handheld seit drei Jahren – denn der letzte Batman-Handheld-Titel war Batman: The Brave and the Bold auf dem Nintendo DS – ist Batman: Arkham Origins Blackgate wirklich gut geworden. Man merkt an einigen Ecken, dass Mark Pacini, welcher bereits an der Metroid Prime-Reihe arbeitete, auch hier seine Finger im Spiel hatte. Es macht einfach Spaß Blackgate zu erkunden und dabei selbst neue Wege zu entdecken oder Gegner in Stealth-Manier aus dem Weg zu räumen und die tolle Sprachausgabe haucht dem Spiel mehr Leben ein. Bedauerlicherweise trüben manche Gameplay-Entscheidungen – allen voran der teils sehr lästige Detektiv-Modus – das Spielerlebnis recht massiv. Auch optisch besteht für 3DS-Verhältnisse noch viel Potenzial nach oben. Für ein Vollpreisspiel ist die Spielzeit außerdem etwas kurz und freizuschaltende Inhalte wie Bildergalerien sind zwar ebenfalls nett gemeint, motivieren aber nicht gut genug, um den dauerhaften Spielspaß beträchtlich zu erhöhen. Wir hoffen, dass sich die Armature Studios diese Kritik für ihre zukünftigen Titel zu Herzen nehmen, denn dann stünde einem hochwertigen portablen Batman-Spiel nicht viel im Wege.

All die positiven Merkmale gelten selbstverständlich auch für die Portierung von Blackgate auf die Heimkonsolen. Leider hat man allerdings echte Verbesserungen für die Deluxe Edition komplett außer Acht gelassen, sieht man von der neuen Karte ab. Keine zusätzlichen Inhalte und eine optische Aufmachung fernab des aktuellen Standards sorgen dafür, dass jeder, der Batman: Arkham Origins Blackgate auf Nintendo 3DS und PlayStation Vita gespielt hat, bei der Deluxe Edition nicht zuschlagen braucht. Alle anderen bekommen ein gutes Spiel mit viel Potenzial, das leider zu kurz ausfällt und nur bedingt echtes Batman-Feeling aufkommen lässt, wie es beispielsweise die Spiele von Rocksteady tun.

Daher für Einzelspieler gut.
 Autor:
Karim Ahsan / Sascha P. Ritter
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