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Die Tintenklecks-Uni

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Im Mai 2015 veröffentlichte Nintendo Splatoon und löste eine Welle der Begeisterung aus. Unser preisgekröntes Forenmitglied Lord der Finsternis ließ es sich nicht nehmen, sein Spielerlebnis als fiktive Erzählung festzuhalten. Stolz präsentieren wir hier bei Gaming-Universe exklusiv das neueste Meisterwerk unseres Lieblingsautors. Begleitet uns auf eine wundersame Reise durch den Alltag an der Tintenklecks-Universität, einer Elite-Bildungseinrichtung für Tintenfische!
 
Kapitelübersicht:
[1]:
Ein ganz normales Kind
[2]: Revierkampf in Inkopolis!
[3]: Wer die Wahl hat...
[4]: Tentakel-Spektakel
[5]: Bombige Welse
[6]: Übung macht den Meister
[7]: Wissenswertes über Welse
[8]: Quallenwürfel
[9]: Qualifizierung für den Rangkampf
[10]: Party like it´s 199SQUID
[11]: Hard Rock Quallelujah
[12]: Krieg der Arme
[13]: Neuerscheinungs-Hype
[14]: Tornados in der Kuppel
[15]: Pigmente im Bürstenpark
[16]: Wie ein Fisch im Wasser?
[17]: Ein Besuch beim Zahnarzt
[18]: Wasabi (Teil 1)
[19]: Wasabi (Teil 2)
 
Kapitel 1: Ein ganz normales Kind
Ich dachte immer, ich sei ein ganz normales Kind. Ich hatte normale Eltern, ging in einen normalen Kindergarten und in eine normale Schule. Niemals hätte ich mir erträumt, mich so zu irren!

An meinem elften Geburtstag erhielt ich einen Brief. Es war kein gewöhnlicher Brief, ganz und gar nicht! Das erkannte man bereits am Umschlag. Er war über und über bedeckt von bunten Tintenklecksen! Ich dachte erst, das müsste Werbung für einen Zirkus sein. Weit verfehlt! Nein, dieser Brief war eine Offenbarung. Wie sich herausstellte, bin ich nämlich gar kein normales Kind. Nein. Ich bin ein Tintenfisch!

Vielleicht ahnt ihr es bereits: Der Brief war eine Einladung der internationalen Tintenklecks-Universität! Dabei handelt es sich um eine Elite-Schule für spezielle Kinder – Verzeihung, Tintenfische! – wie mich. Dort würde man mir alles beibringen, was ich für mein neues Leben als Tintenfisch brauchen könnte. Sie wollten nicht einmal Studiengebühren, nein, sie stellten sogar kostenfrei ein Zimmer bereit! Das klingt vielleicht verdächtig, aber mit elf Jahren hinterfragt man sowas nicht. Da sich so eine Gelegenheit wohl nur einmal im Leben bietet, konnte ich nicht widerstehen. Ich brach sofort auf.

Kaum war ich angekommen, gab es auch schon Probleme mit der Bürokratie. Zwar hatte man schon eine Studentendatei angelegt, allerdings hatte man diese auch gleich verlegt. Also mussten erst nochmal alle persönlichen Daten erhoben werden: Geschlecht, Haut- sowie Augenfarbe. Bevor ich mich fragen konnte, ob die Wertlegung auf diese Informationen nicht äußerst fragwürdig sei, wurde ich schon weiter bugsiert.

Nachdem man mich auf einen Trainingsplatz führte, wurde mir eine Wasserpistole in die Hand gedrückt. Mit Wasser war sie aber nicht gefüllt. Vergesst nicht, ich bin nun ein Tintenfisch an einer Eliteschule für Tintenfische! Dementsprechend war die Pistole selbstverständlich mit bunter Tinte gefüllt. Auf dem Trainingsplatz waren einige Luftballons verteilt, die ich mit der Pistole abschießen sollte. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen! Zielsicher wie ich bin, schaffte ich es nach einigen Versuchen auch, einen Ballon zu treffen. Im Siegesrausch schoss ich weiter, eine Tintensalve nach der anderen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie verblüfft ich war, als der Ballon plötzlich explodierte! Das war keine normale Wasserpistole… diese Tintenknarre hatte Wumms!

Ich zerschoss also munter weitere Luftballons und verteilte Tinte überall auf dem Boden und an den Wänden. Es war ein herrlicher Spaß! Wenn jeder Tag an dieser neuen Universität so ablaufen würde, wollte ich nie wieder weg von hier. Es fühlte sich gar nicht wie Training an. Der Höhepunkt sollte aber erst noch kommen. Nach einiger Zeit wurden meine kurzen Beine vom ganzen Herumgetolle müde, sodass ich stolperte. Ich befürchtete schon, richtig hart mit dem Gesicht auf dem tintenverklecksten Boden aufzukommen. Doch ihr würdet es nicht glauben! Kurz bevor ich aufschlug… nun, ich sagte es ja bereits: Ich bin ein Tintenfisch! Aber hier, in diesem Moment auf dem Trainingsplatz, wurde mir zum Ersten mal bewusst, was das wirklich bedeutete. Eben war ich noch ein Kind, das glaubte, ein Tintenfisch zu sein. Im nächsten Moment war ich wahrlich, ganz und vollkommen ein Tintenfisch.

Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass so etwas das Leben auf den Kopf stellt und für immer verändert! Ich war ein Kind, ich war ein Tintenfisch. Kind, Tintenfisch. Kind. Tintenfisch. Hin und her, her und hin! Wo mein menschlicher Körper an seine Grenzen stieß, verschaffte die Tintenfischgestalt mir Freiheit. Als Tintenfisch kann ich in Tintenkleckse eintauchen und darin schwimmen. So komme ich sogar Wände hoch und durch Gitter hindurch! Trotz all dieser neuen Talente und meiner Neugier, sie zu entdecken und zu meistern, war ich bald sehr erschöpft von meinem ersten Training. Ich verkroch mich also in mein Zimmer und träumte von meinem neuen Leben als Tintenfisch. Das Trainingslager würde ich mir am nächsten Tag anzZzZz...
 Autor:
Christopher Dillo
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