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Nintendo@ E3 2014: Vorschau und Spekulationen

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Gehen wir es direkt an: Die E3 2014 könnte eine Do or Die-Angelegenheit für den Mitstreiter im Videospiel-Business aus Fernost werden. Die Wii U fürchtet sich vor ungewollter Mumifizierung, der 3DS-Handheld hält sich solala über Wasser, ohne für Freudensprünge sorgen zu können. Bekannte Vertreter der Videospielpresse ebenso wie unzählige Enthusiasten in Online-Foren üben seit vielen Monaten herbe Kritik an Firmenchef Satoru Iwata, fordern gar dessen Rücktritt, ohne den der Konzern zum weiteren Scheitern verurteilt sei. Wie schon im letzten Jahr veröffentlicht man anstelle einer Live-Konferenz einen Videostream, das sogenannte Digital Event, in dem die für eine E3 so heiß erwarteten Informationen und Ankündigungen enthüllt werden sollen. Und wieder hagelt es Kritik.

Nintendo hat es seit zwei, drei Jahren nicht leicht, noch weniger als üblicherweise. Vieles davon kann man der Industrie ankreiden, noch vieles mehr aber muss man Nintendo selbst in Rechnung stellen. Immer wieder werden Entscheidungen bekannt, über die man als langjähriger Fan nurmehr mit dem Kopf schütteln kann. Doch ´s ist, wie´s ist. Alle (Gamer-) Welt richtet am 10. Juni 2014 um 18 Uhr den Blick auf Nintendo, wenn die E3-Präsentation an den Start geht. Was dort gezeigt wird, wird darüber entscheiden, wie es mit Wii U und 3DS weitergeht. Und ob es weitergehen kann. Bei all der tristen Stimmung sei aber auch gesagt: Wenn Nintendo die bislang angekündigten Titel nicht künstlich über einen viel zu langen Zeitraum hinweg ausstreut, steht zumindest der näheren Zukunft ein strahlendes Erwachen bevor. Einen kleinen Einblick in dieses mögliche Strahlen wollen wir euch im Folgenden vorlegen!

Zeit für eine Legende, Gegenwart zu werden

 
Auch wenn einem als langjähriger, aufmerksamer Spieler von Nintendo-Systemen die eine oder andere Hutschnur hochgeht, weil die Firma einmal mehr auf eine von drei bis vier Kernmarken reduziert wird, trifft es auch heuer zu: Mit The Legend of Zelda U steht oder fällt der E3-Auftritt Nintendos. Ungeachtet des Umstandes, dass der Action-Adventure-Titel lediglich irgendwie auf der E3 präsent sein werde, sind die Erwartungen der Spielergemeinde eindeutig: Eine volle Enthüllung muss her, Trailer, Titel und das feste Versprechen auf einen 2015er Release. Soweit die äußeren Formalia. Was aber sind die Erwartungen an den Vorzeugetitel der Firma? Bisherige vage Äußerungen von Producer Eiji Aonuma lassen darauf schließen, dass man endlich am starren Gerüst vergangener Teile der Serie rütteln möchte, allerdings gab es ähnliche Hoffnungen schon früher. Trotzdem besteht Anlass auf ebenjene Hoffnung, hat doch A Link Between Worlds für den Nintendo 3DS gezeigt, dass man zumindest in Teilbereichen zu Änderungen bereit ist. Ob das auch für ein großes Heimkonsolen-Zelda gilt, bleibt abzuwarten.

Mehr als spannend wird sein, wie das Spiel aussieht. Mit der Zelda U-Demo hat man bereits eine mögliche Vision gezeigt. Kann man sich, gerade jetzt, ein erneutes Vor-den-Kopf-Stoßen der Fans erlauben und doch eine weniger realistische Stilrichtung einschlagen? Hidemaro Fujibayashi, der sich vermutlich nach Minish Cap und Skyward Sword wieder als Director verantwortlich zeichnen wird, steht jedenfalls vor einer schwierigen Aufgabe. Alles aber erscheint nichtig, ist doch letztlich die Gameplay-Komponente am entscheidensten. Explizite Elemente, Items oder dergleichen aufzulisten, kann man sich an dieser Stelle ersparen, zu oft, zu allgegenwärtig werden derlei Diskussionen unter den Fans geführt. Nintendo hat sich eine einzige Frage zu stellen, was The Legend of Zelda U anbelangt: Will man weiterhin im Namen der Tradition auf der Stelle treten, oder will man endlich wieder im Markt großer, komplexer, teurer 3D-Titel relevant sein. Kurzum: Besitzt man die Ambitionen, den Spielern ein zweites Jahr 1998 zu bescheren und die ganze Welt aufhorchen zu lassen, was da im Kommen ist?

Encyclopaedia Nintendi - Es wird wieder gesmasht

 
Was als Low-Budget-Experiment für´s Nintendo 64 begann, hat sich zu einer der populärsten Marken in Nintendos Franchise-Repertoire gemausert. Hauptverantwortlich dafür ist Masahiro Sakurai, der die Seele hinter den Super Smash Bros.-Spielen ist. Was dieser scheins ewig jung Gebliebene an Herzblut in seine Arbeit an Super Smash Bros. 4 steckt, verdient höchste Anerkennung - und den Verkaufszahlen nach zu urteilen bekommt er die auch. Für den neuesten Teil der Smash Bros.-Serie kommen gleich zwei Spiele auf die Fans zu: Für den Sommer geplant, erscheint eine 3DS-Fassung, zum Jahresende gibt es dann die HD-Version für die Wii U. Beide Male unterscheidet sich die Auswahl der Kampfarenen etwas, außerdem gestalten sich die Modi teils variierend. Beiden Versionen gemeinsam ist die Auswahl an spielbaren Kämpfern, die mit Sicherheit an zentraler Stelle in einem Kampfspiel stehen.

Einige Veteranen sind bereits enthüllt, ebenso ein paar Newcomer, darunter die erst kürzlich enthüllte weibliche Variante des Animal Crossing-Dorfbewohners. In absoluten Zahlen hat es sich in Sachen Charakteren aber hoffentlich noch lange nicht erschöpft. Gerade in Hinsicht auf den baldigen Release der 3DS-Version kann man auf der E3 mit einem ordentlichen Schwung an Enthüllungen rechnen. Bekommt Ganondorf endlich ein eigenes Moveset? Dürfen wir als Mii-Figur um uns hauen? Schafft es Shulk aus Xenoblade ins Spiel, oder aber Krystal aus StarFox? Welche Fire Emblem-Figuren zeigen sich nebst Marth und Ike? Und dann wäre da noch unser aller Weltraum-Drache, der von den Fans seit Melee schmerzlich vermisst wird. Ist Sakurai ein fieser Sadist oder entpuppen sich all die kräftezehrenden Andeutungen und Hinweise als notwendiger Leidensweg hin zu einem Happy End? Die E3 wird alles das beantworten. Ein Highlight ist dann natürlich auch das angekündigte SSB4-Tournament, das vor Ort in Los Angeles stattfinden und im Live-Stream übertragen werden wird. Man darf gespannt sein, ob sich Nintendo die Mühe gemacht hat, bekannte Pro-Größen wie Ken oder Mew2King dafür an den Start zu holen.

Xeno-ja, was eigentlich? Der vergessene Hype

 
Bereits im Zuge der Veröffentlichung von Xenoblade Chronicles hätte der Eindruck erweckt werden können, man wolle bei Nintendo gar nicht, dass das Spiel ein kommerzieller Erfolg wird. Dasselbe trifft im Moment auch für den noch namenlosen Vielleicht-Nachfolger zu, der bislang lediglich als "X" bekannt ist. Vor wenigen Wochen erst wurde das opulente Action-RPG wieder für einen weltweiten 2014er Termin angekündigt, nachdem einige Monate vorher nur von einem Japan-Release im aktuellen Jahr die Rede war. Kein Name, kein vernünftiger Trailer, der einem mehr von Setting und Story präsentiert, und kaum Beachtung wann immer es ein Nintendo Direct gibt. Dabei schlägt die Mischung aus Open World, coolen, fliegenden Kampfrobotern und beinahe sicher existierender Online-Multiplayer-Komponente genau in die richtige Kerbe des aktuellen Zeitgeists. Michihiko Inaba von MonolithSoft meinte in einem Interview, man wolle beweisen, dass japanische Entwicklerstudios immer noch mit dem Westen mithalten können würden. Das japanische Bethesda (Fallout-Serie) wäre man gerne. Große Worte. Groß ist aber auch jetzt schon das Wenige, das man vom Spiel gesehen hat.

Was inhaltlich genau auf uns zukommt, ist an dieser Stelle noch zu 99 Prozent Spekulation, mal abgesehen davon, dass das Kampfsystem die natürliche Weiterentwicklung desselben aus Xenoblade Chronicles ist. Die Hoffnung liegt selbstverständlich auf einem umfangreichen Action-RPG der Spitzenklasse, mit Gänsehaut-induzierender Musik von Hiroyuki Sawano (Attack on Titan), unter Federführung von Director Takahashi Tetsuya. Ist es tatsächlich ein direktes Sequel von Xenoblade, wie die Einblendung von Shulk am Ende des ersten Teasers vermuten lässt? Was hat das US-Raumschiff in einem solchen Fantasy-Titel zu suchen, das man bei genauerer Betrachtung des zweiten Teasers entdecken kann? Fügt sich die Mehrspielerkomponente harmonisch in den Rest ein, ohne zuviel Fokus auf sich zu ziehen? Wer sich ausführlicheren Spekulationen widmen möchte, kann dies in unserem fiktiven Review zu XenoVerse tun. So oder so sei die Hoffnung geäußert, dass Nintendo dem Spiel auf der E3 ein faires Maß an Aufmerksamkeit gewährt, nicht zuletzt zum eigenen Besten. Eigentlich beinahe seltsam, dass man den finalen Titel solange geheim halten musste, wenn es am Ende kein groß beworbener Blockbuster wird … oder?

Ein wenig Hilfe von Außen plus der grüne Dino

 
Bis zum diesigen Tag kommen viele Nicht-Nintendo-Fans nicht damit klar, dass Bayonetta 2 exklusiv für die Wii U erscheinen wird. Mit der Exklusivität des Action-Spektaktels ist Nintendo zumindest in Online-Foren ein ganz großer Wurf gelungen. Ob sich das auch in Verkaufszahlen bemerkbar machen wird, bleibt dagegen zweifelbehaftet. Große Verkaufshits sind die Spiele von Hideki Kamiya leider fast nie gewesen, dafür umso beliebter bei denen, die sich den Ruck zum Kauf gegeben haben. Egal, wie es am Ende ausgeht, dürfen Fans der gleichnamigen Hexe Nintendo dafür dankbar sein, diesen Titel finanziert zu haben. Anderenfalls gäbe es nämlich keine Fortsetzung. Ähnlich dankbar dürften Kenner der Project Zero-Reihe über die Ankündigung eines neuen Teils sein. Zwar hat es der vierte Teil aufgrund einiger Komplikationen nicht nach Übersee geschafft, den Wii U-Teil dürfte das aber nicht an einem West-Release hindern. Nintendo-Chef Satoru Iwata meinte noch vor kurzem, man wolle eine Offensive an Spielen, die das GamePad ordentlich nutzen, starten. Kaum eine Franchise passt besser zum Bildschirm-Controller als der Horror-Trip mit Camera Obscura. Inwiefern die Fans dafür dankbar sein werden dürfen, muss sich noch herausstellen: Tatsache ist, dass Hyrule Warrior eine weitere Drittherstellerkooperation darstellt, bei der Nintendo die wertvolle Zelda-Marke aus der Hand gibt. In bester Dynasty Warrior-Manier schnetzelt man Gegnermassen weg, ob mit Master Schwert, Bomben oder Somaria-Stab. Wenig Futter für die grauen Zellen, dafür ein zumindest interessantes Experiment, das in Sachen Charakterdesign aufzutrumpfen weiß. Wesentlich vielversprechender ist da schon das Crossover zwischen Fire Emblem und Shin Megami Tensei, das von Atlus entwickelt wird. Ein Fire Emblem-Designer äußerte sich dazu, dass man einen Entwickler gesucht habe, der sich mit modernen Settings auskennt. Es wäre faszinierend, sich einen Pegasus-Reiter in einer modernen Großstadt vorzustellen, hieß es. Bis auf den allgemein gehaltenen Titel ist leider sonst nichts bekannt, angesichts des Entwicklers wäre es außerdem nicht verwunderlich, wenn man erst später im Jahr Neues erfährt. Definitiv mehr hören auf der E3 sollte man von Yoshi Yarn. Angelehnt an Kirby: Epic Yarn, stapft auch der grüne, gefräßige Dino durch eine Wollfadenwelt. Man darf jedoch skeptisch sein, ob der außergewöhnliche Look allein ausreicht, um ein gutes Spiel abzuliefern. Der Situation der Wii U hilft ein weiteres 2D-Jump´n Run so oder so nur mäßig.

Erschreckend leer gibt sich die Release-Liste an kommender Wii U-Software, ganz verlassen ist Nintendo aber (noch) nicht. Mit dem exklusiven Sonic Boom, das auch in einer 3DS-Variante erscheint, kommt ein vielversprechendes 3D-Jump´n Run, das nach dem eher linearen ,starren Super Mario 3D World eine klaffende Lücke füllen könnte. Gemeinsam mit einer neuen Zeichentrickserie wird es zumindest an Werbung nicht fehlen. Für Nintendo-Fans gänzlich neu wird die Fahrsimulation Project Cars ausfallen. Zwar erscheint der Titel für alle aktuellen Konsolen, dennoch wird es eine seltene Erfahrung sein, ein Spiel wie Gran Turismo oder Forza Motorsport auf einer Nintendo-Konsole anzutreffen. Das Gesehene macht jedenfalls Lust auf mehr. Mit Zombi U hat Ubisoft einen der ganz wenigen innovativen und gleichzeitig handfesten Titel für die Wii U unmittelbar zum Launch abgeliefert. Auch die Assassin´s Creed-Reihe fand brav Jahr für Jahr ihren Wegauf die Big N-Konsole. Zwar hat sich der anfängliche Enthusiasmus spürbar gelegt -etwa als Rayman Legends verschoben wurde, um für alle Konsolen erscheinen zu können, oder jetzt der spätere Release der Wii U-Version von Watch_Dogs-, der Support ist jedoch nach wie vor da. Dass sich das nach einem etwaigen Abschneiden des Open World-Hacker-Titels ändern könnte, ist weithin die einhellige Meinung. Aktuelle Meldungen, Ubisoft selbst würde keine Wii U-Titel auf der E3 vorführen, lassen leider bereits das Schlimmste befürchten. Ein interessantes Gerücht zuletzt: So soll Devil´s Third angeblich exklusiv für die Wii U erscheinen. Der Itagaki-Titel gibt sich gewohnt action-betont und brutal, steht uns also die nächste Bayonetta 2-Diskussion ins Haus?

Überraschungen bitte, Nintendo!

 
Wenn all die bisher bekannten First Party-Titel, mal abgesehen von Zelda, noch dieses Jahr in hiesigen Gefilden erscheinen, kann man im Nachhinein von einem verdammt guten Jahr sprechen, trotz der toten Hose in der ersten Hälfte, die einzig von Mario Kart 8 ausgefüllt wird. Was aber kommt 2015? Mit höchster Spannung warten die Fans auf das nächste Spiel von Entwickler RetroStudios, die zuletzt das hervorragende,inhaltlich und spielerisch aber auch vorhersehbare Donkey Kong Country: Tropical Freeze veröffentlicht haben. Bekannt ist, dass sie bereits mit Hochdruck an etwas Neuem werkeln, was, das ist bislang streng geheim. Ob ein neues Metroid Prime, ein Revival von Star Tropics oder etwas ganz anderes, die allgemeine Erwartung geht in jedem Fall in Richtung "3D-Titel" und "düster" oder "erwachsen", und weg vom zigsten 2D-Plattformer. Mit etwas Glück verrät uns diese E3, woran das kompetente Nintendo-Studio im Westen arbeitet. In Japan ist man ebenfalls beschäftigt, und zwar am nächsten Heimkonsolen-Mario. Dass ein neues Mario in Arbeit ist, ist nicht unbedingt überraschend, dass es für die Wii U im Kommen ist, und das so bald nach Super Mario 3D World, lässt dann aber doch die eine oder andere Augenbraue nach oben wandern. Die Hoffnungen nach einem ambitionierten 3D-Mario, kurzum, ein Mario im Stile von Mario 64 oder Mario Sunshine, sind jedenfalls geweckt. Eine Überraschung, die sehr kosteneffektiv ausfallen dürfte, wäre Pikmin 4. Der letztes Jahr erschienene dritte Teil bot einen fantastischen Mix aus Strategie und Action-Adventure, gleichzeitig sind die Möglichkeiten um Verbesserungen offensichtlich. Ein Nachfolger, der die Errungenschaften des dritten Teils sinnvoll erweitert, könnte weiterhin für Frische sorgen. Und dann wären da noch all die alten Nintendo-Marken, die leider seit Jahren auf Eis liegen. Ein neues StarFox-Spiel, am besten im Stil von StarFox Adventures. Ein F-Zero U in 1080p mit 60 Frames pro Sekunde und 30 Spielern online. Ein WaveRace mit grandioser HD-Wellendynamik. Alles genauso unwahrscheinlich, wie es wünschenswert wäre. Dabei sei gesagt, dass gerade die niedrigen Hardware-Verkäufe die Investition in diese vermeintlich kleineren Marken begünstigen sollte, denn wenn jemand diese Titel kauft, dann die Fans, die bereits zugegriffen haben.

Im Kampf gegen die Smarten: Nintendo 3DS

 
2013 war ein fantastisches Jahr für den aktuellen Nintendo-Handheld. Mit Monster Hunter 3 Ultimate, Fire Emblem: Awakening, Animal Crossing und Luigi´s Mansion 2 hat man ein geniales Aufgebot an wertigen, inhaltsreichen Spielen angeboten, das auch das aktuell schwache 2014 noch verschmerzen lässt. Dass es trotzdem an der Zeit für Nachschub ist, liegt in der Natur der Dinge. Warum nicht da weitermachen, wo man aufgehört hat: Monster Hunter 4 Ultimate ist für das Frühjahr 2015 angekündigt, diesmal mit Online-Modus am 3DS. Neue Waffen, neue Monster, neue Welt und eine völlig neue Klettermechanik. Man kann das Jagdfieber förmlich riechen. Die beiden Pokémon-Remakes Omega Rubin und Alpha Saphir werden für reichlich Absatz sorgen und beantworten nebenbei den lang geäußerten Ruf der Fan-Gemeinde. Auf ein eventuelles Pokémon Z muss man dafür noch länger warten. Moon Chronicles ist eine Mischung aus Remake und Fortsetzung von Entwickler Renegade Kid und bringt das vernachlässigte Ego-Shooter-Genre auf den Nintendo-Handheld. Trotz simpler Grafik besticht das Horror-Abenteuer mit seiner erdrückenden Atmosphäre. Einen wahren Reigen an Software erfährt der 3DS wiederum aus seinem Heimatland Japan: Ace Attorney 6: The Adventure of Ryunosuke Naruhodo ist angekündigt, ebenso Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call. Das Verkaufszahlenphänomen Youkai Watch kann irgendwann auch nicht mehr ignoriert werden. Und für uns Europäer steht nach wie vor Shin Megami Tensei 4, das Hardcore-RPG mit dem Mix aus Fantasy und Realität, aus, das ja mit viel Glück in einem E3 Direct von Satoru Shibata endlich mit einem Erscheinungsdatum bestätigt wird. Großes Daumen drücken auch dafür, dass endlich die angekündigte Fortsetzung zu Solatorobo enthüllt wird. Das ist zwar bislang kein bestätigter 3DS-Titel, würde aber einigen Sinn ergeben, nachdem der Vorgänger auf dem Nintendo DS erschien. Wenn dann auch noch The Legend of Zelda: Majora´s Mask 3D im Zuge der E3 Realität wird, ist die nähere Zukunft des Handhelds gesichert.

Nach dem Jetzt

 
Auch wenn sowohl Nintendo 3DS als auch Wii U mehr oder weniger holprig voran stapfen, könnte man sich zu der Behauptung durchringen, dass es in Sachen Software mittlerweile und für die nahe Zukunft recht rosig aussieht. Es hat auch lange genug gedauert. Unverkennbar ist jedoch, dass die Hardware-Verkäufe beider Systeme rückläufig sind, beziehungsweise im Falle der Wii U niemals außerordentlich hoch lagen und es wohl auch niemals mehr sein werden. Die Wii U bringt man irgendwie noch dank Zelda U als Weihnachtstitel durch 2015, der 3DS jappst hingegen zur selben Zeit bereits aus letzten Löchern und erinnert an eine PS2 oder PS3, die zum Ende hin noch einige gute Titel erhielt, mehr aber dann irgendwann nicht mehr. Der Geruch neuer Hardware liegt in der Luft, selbst wenn das einigen Fans ein wenig verfrüht vorkommen mag. Dabei graut es Nintendo selbst wahrscheinlich am allermeisten vor dem unausweichlichen Generationswechsel. Im Heimkonsolensektor hat man beinahe jegliche Drittherstellerbeziehungen verloren, im Handheld-Markt muss man sich spätestens jetzt der Smartphone-Realität stellen.

In Bezug auf Ersteres, den Heimkonsolenmarkt, sollte man versuchen, einigermaßen realistisch zu bleiben: Selbst wenn Nintendo eine perfekt ebenbürtige Konsole zu PlayStation 5 und Xbox Two veröffentlichen sollte, werden Multiplattformtitel nicht einfach so in den geöffneten Mund fliegen. Das ewige Stigma, nur Nintendotitel würden sich auf deren Konsolen verkaufen, wurde mit der Wii U, aus dem einen oder anderen Grund, ans äußerste Limit geführt: Man KANN beinahe nur mehr Nintendo-Titel kaufen. Microsoft und Sony bieten den Käufern ihrer Systeme seit Jahren ein kohärentes Ökosystem, in dem man sich als Fan wohlfühlen kann, sei das nun Xbox Live mit seinen Party-Chats und extensiven Online-Funktionen oder das PlayStation Network mit dem Plus-Service, der einem ständig kostenlose Spiele gönnt. Dazu die rahmengebenden Achievements/Trophäen, die zusätzlich ans jeweilige System binden. Kein Fan der populärsten Marke, Call of Duty, wird dieses System aus Features und bestehender Freundesliste verlassen, nur weil dasselbe Spiel nun auch auf einer Nintendo-Konsole existiert.

Der Handheld-Markt sieht da ein wenig anders aus. Zwar deuten alle Zeichen auf ein Schrumpfen des Marktes hin, bedingt durch die Befriedigung der sogenannten Gelegenheitszocker über Smartphone-Spiele, die Nachfrage für versiertere, portable Spielegeräte wird vermutlich aber weiterbestehen. Inwieweit man deren Relevanz ins Positive zurückkehren kann, bleibt abzuwarten. Bleibt man immer wieder mal beliebten Hybrid-Träumereien (eine Mischung aus Heimkonsole und Handheld) fern, darf man zurecht gespannt sein, was Nintendo im Hardware-Backofen schmoren hat. Wird es ein weiteres Zwei-Bildschirm-Gerät, damit man auf Nummer Sicher gehen und vollständige Abwärtskompatibilität gewährleisten kann? Oder sehen wir den ersten Ein-Screen-Handheld von Nintendo seit dem GameBoy Advance? Was bei anderen Herstellern die Norm ist, wäre bei Nintendo nach einer knappen Dekade von Dual Screens ein Hauch von Frische. Dazu zwei CirclePads, knackige, scharfe Bildschirme und eine Akkudauer von jenseits der fünf Stunden. Es braucht nicht viel, um einen grundgescheiten Handheld auf die Beine zu stellen. Und trotzdem: Reicht das?

Die große Hoffnung für beide Probleme Nintendos hat eine vermeintliche Antwort gefunden: So kündigte Firmenchef Satoru Iwata im Rahmen eines Investoren-Meetings an, dass man an einem Plattform-übergreifenden System arbeite, ähnlich wie iOS für Apple-Geräte. Gemeinsam mit der Verlagerung aller Kern-Entwickler-Teams in ein neu errichtetes Gebäude in der Heimat in Kyoto will man augenscheinlich verstärkt auf interne Synergien setzen. Heißt das also, dass zukünftig alle Spiele sowohl für die Heimkonsole, wie auch für den Handheld veröffentlicht werden könnten? Für eine Firma, die nach, selbst derart wahrgenommen,leidgeplagten Anstrengungen um ein wenig Drittherstellerunterstützung jetzt vor dem völligen Support-Aus steht, wäre es zumindest eine praktikable Lösung, für beide Systeme, egal ob stationär oder mobil, ein kontinuierliches Software-Lineup anbieten zu können. Wenn dann noch Industriestandards wie echte, nicht an eine Hardware gebundene Accounts, Achievements und weniger paranoide Chat-Möglichkeiten Einzug halten würden, alles ins Netz eines Nintendo Network-Ökosystems eingespannt, könnte dies der Weg aus dem Abseits heraus sein. Könnte. Könnte es auch nicht. Und vielleicht verblüfft der gewiefte Traditionskonzern ja doch einmal wieder alle mit einem völlig anderen Ansatz.

QoL oder doch nur LoL?

 
Zum Beispiel dem QoL-Gerät (QoL = Quality of Life, Anm. d. Red.).
Man wolle auf der nahenden E3-Messe keine Hardware präsentieren, aber das heißt nicht, dass man nicht Andeutungen über das Konzept dieser 2015 erscheinenden Hardware machen könnte. „Non-Wearable“ soll es sein, also kein Armband oder dergleichen. Ein Gerät für den Alltag, das unter anderem im Fitnessbereich eine Rolle spielen soll. Gleichzeitig aber unter Einbindung von Nintendos Erfahrung im Unterhaltungssektor stehend. Von vielen direkt bei Ankündigung als lahmes Wii Fit-Accessoire verteufelt, bleibt abzuwarten, was genau Nintendo da in Planung hat. Kann der Kyoto-Konzern tatsächlich derart vermessen und arrogant sein, zu glauben, ein Me too-Produkt im längst heftig umkämpften Health-Markt zu veröffentlichen und damit Erfolg zu haben? Es erscheint zu offensichtlich dämlich, daher darf man höchst gespannt sein, ob sich hinter dem bisher nur vage skizzierten dritten Standbein mehr verbirgt, als die erste Assoziation zu erwecken vermag. Spekulationen darüber, was es sein könnte, gibt es genug, doch eine klingt abgefahrener als die Vorangehende. Müder Mitmachversuch oder doch ein eigenes, mutiges und vor allem „Wow!“-Effekt-einleitendes Konzept? Diese E3 könnte ein wenig mehr Aufschluss darüber geben.



Was denkt ihr über die diesjährige E3-Show von Nintendo? Werden die großen Hype-Titel überzeugen können? Kann das Schicksal der Wii U noch einmal ein wenig abgewendet werden? Und seid ihr mit der Performance des 3DS zufrieden? Oder hofft ihr auf das Versprechen neuer Hardware, ob nun das ominöse QoL-Gerät oder gar neue Konsolen/Handhelds? Wir sind auf eure Kommentare gespannt!
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
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