Wii U » Wii U Editorials » D00Ms Retro-Stunde: Super Metroid

D00Ms Retro-Stunde: Super Metroid

-> Drucken -> kommentieren
Gekämpft wurde aber natürlich auch, schließlich ist Samus nicht umsonst eine Kopfgeldjägerin. Als Gegner muss, ob sie will oder nicht, die feindliche Fauna und Flora herhalten. Meistens will sie das aber. Jegliche Pflanzen oder sonstiges Getier greift euch scheinbar grundlos an - lassen sich untereinander aber in Frieden. Im späteren Spielverlauf trefft ihr aber auch auf die Space Pirates, die euch ebenfalls an die Gurgel wollen. So laufen, schießen und springen wir uns also unseren Weg durch die verschiedenen Bereiche von Zebes. Klassisch war es damals, die Bereiche sind strikt in Themen unterteilt. Brinstar wird in der etwas limitierten 16 Bit-Optik als Dschungelwelt präsentiert. In Norfair, einer mit Lava gefüllten Höhle beispielsweise, geht es deutlich heißer her als auf dem Rest des Planeten. Maridia widerum liegt unter Wasser, erfordert ein Anzug-Upgrade, damit ihr euch in normaler Geschwindigkeit im nassen Element bewegen könnt.  Anders als diese klassischen Levelstrukturen ist dagegen das Geisterschiff. Hier verschlägt es euch auf ein altes verlassenes Transportschiff, welches ihr nach einem speziellen Item durchsuchen müsst.

Warte mal, dich kenne ich doch!
Der erste Bekannte, den ich noch von früher sehr gut in Erinnerung habe, ist einer der vier Hauptendgegner - Wir treffen auf Kraid. Der baumhohe, dinosaurierartige Hühne zwingt doch einen von uns tatsächlich in die Knie (wen verrate ich nicht) und wir sehen Bikini-Samus auf dem Game Over-Bildschirm. Während meine Mitstreiter sich wie fast immer besser an die Wege von damals erinnern, liegt meine Expertise klar in den Kampfhandlungen. Mit Wut im Bauch und arroganter Überlegenheit schieße ich Missle um Missle in das riesige Gesicht von Kraid bis dieser sich immer dunkler verfärbt und schließlich in einer Explosion vom Bildschirm verschwindet. Genugtuung macht sich breit. Zum Einen ist der Otto Geschichte und ich bin der Held, der ihn besiegt hat. Von Brinstar geht es nun nach Norfair. Wir sammeln Super Missles, Feuerschutz-Upgrades für unsere Rüstung, Super Bomben, Grappeling Hook und etliche andere geniale Items zum passend-genialen Leveldesign und erreichen einen meiner Lieblingsbosse. Crocomire ist ein fieser Typ. Er hat keinen Schwachpunkt und scheint daher unzerstörbar. Besiegen kann man ihn nur in alter "Terminator-Manier". Durch Beschuss auf den Kopf drängen wir ihn Stück für Stück nach hinten (in diesem 2D-Fall nach rechts), wo schließlich der Boden endet und er in einen Säure-Fluss stürzt. Früher wirkte die Szenerie tatsächlich gruselig, da er quietschend und zappelnd zu einem Skelett zerschmilzt und langsam untergeht. Die große Überraschung ist jedoch, dass Crocomire, der alte Fiesling, beim Versuch den Raum zu verlassen plötzlich als hautlose Horror-Version über euch hinwegspringt und es scheinbar echt noch einmal wissen will. Die Gedanken überschlagen sich, schüttete euer Gehirn doch eben noch so etwas wie Endorphine oder Dopamin aufgrund des errungenen Sieges aus. Nun ist ist euer Geist plötzlich wieder auf Kampf getrimmt und ihr sucht dieses "Etwas" bereits nach verwundbaren Punkten ab. Zum Glück hält der Schock nicht lange an, Crocomire zerfällt in seine Einzelteile und beendet den Spuk.
Hakeliges Hüpfen
Doch der Abend sollte uns auch etwas vor Augen führen, was damals irgendwie niemandem aufgefallen ist oder auffallen wollte. Die Steuerung ist unterm Strich teilweise eine Frechheit. Diese Vermutung schleppten wir schon die ganze Zeit mit uns rum. Auszusprechen wagt es sich jedoch lange niemand von uns. Doch irgendwann in Maridia platzt es aus dem ersten heraus. Die Anzeichen waren nicht zu übersehen. Jeder gab direkt und freiwillig das Pad weiter. Keiner wollte spielen. Wir waren bei den Treibsänden angekommen. Die allgemeine Kontrolle von Samus in der Luft ist aus heutiger Sicht ehrlicherweise schon ein kleines Grauen. Im freien Fall eine dünne Plattform mit links und rechts Drücken zu treffen ist wirklich die Hölle. Ständig springt man daneben und landet im nervigen Treibsand, wo es Jahre dauert wieder herauszukommen. Die Screw-Attack ist teilweise genauso ein Desaster. Ohne erkennbaren Grund quittiert sie mitten im Flug öfter den Dienst als Private Paula Liegestütze in Full Metal Jacket ableisten muss. Jüngere Spieler werden also vielleicht etwas schockiert sein, dass wir Alten das damals ohne zu Murren hingenommen haben, falls sie das Spiel mal nachholen wollen. Und wir älteren Nerds müssen uns auf jeden Fall wieder erstmal fluchend an dieses hakelige Art der Fortbewegung gewöhnen.
 Autor:
Dominik Weber
Editorials
Nintendo hat das Unmögliche möglich gemacht und Ocarina of Time bezwungen. Warum das so ist, erzählt euch Max in seinem Editorial zum neuen The Legend of Zelda: Breath of the Wild - lesenswert!
Editorial lesen
Unsere Checkliste zu Zelda U! Theme
Die Enthüllung des nächsten, großen Zelda-Abenteuers steht unmittelbar bevor. Unsere Experten beantworten 20+1 Fragen über Erwartungen und Hoffnungen. Und ihr dürft mitmachen!
Editorial lesen