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Auf ein Wort: Zur Power von Wii U

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Die Leute warten auf Halo: CE Remake. Sie warten auf Modern Warfare 3. Auf Gears of War 3. Auf GTA5 (das sicher viel Potential birgt, nur...). Aber es sind nicht nur Shooter, klar. Sie warten auch auf das coole MGS: Rising. Auf Dead Island. Auf Skyrim. Auf was auch immer. Und selbst wenn es Gamer unter euch gibt, die das anders sehen: Mir fehlt bei all diesen Spielen das Besondere. Vielleicht kann ich es ein wenig klarer darstellen: Die Spielergemeinde freut sich auf die genannten Titel, weil sie ein neues Setting, eine neue Story oder einfach eine möglichst grausame Gewaltdarstellung bieten. Was definitiv nicht Grund der Vorfreude ist: Neues, frisches Gameplay. Und damit das keine allzu ominöse Aussage bleibt, sei es im Folgenden erklärt: Die zwei HD-Konsolen-Titel, die mir wirklich das Gefühl gegeben haben, etwas zu spielen, das auf dieselbe Weise nicht mit GameCube/Xbox/PS2 möglich gewesen wäre, sind Dead Rising und Assassin´s Creed. Dead Rising hatte all diese Zombies, all die Interaktion mit der Umgebung, all die Objekte - was passiert, wenn man versucht, das auf schwächerer Hardware wiederzugeben, kann man wunderbar am Wii-Port des Spiels sehen. Nein, danke! Assassin´s Creed bietet in ähnlicher Art und Weise einen enorm hohen NPC-Count, doch noch viel entscheidender: Es hat die Messlatte für Umgebungsinteraktion so hoch gelegt, wie es derzeit kreativ nur möglich erscheint. Beinahe überall kann man hochklettern, die totale Freiheit. Und in AC: Revelations kommt ein Enterhaken dazu, heilig´s Blechle! Grandios. Diese zwei Spiele gaben mir als erfahrenem Zocker tatsächlich das Gefühl, den Versuch zu unternehmen, die Grenzen der letzten Spielegeneration zu überwinden und Gaming auf das nächste Level zu führen. Und dann kam alles zum Erliegen.


Wii U mag nur eine bessere Xbox 360/PS3 hinsichtlich der Rechenstärke werden, aber ich würde dieses System trotzdem mit Kusshand kaufen. Warum? Nun, weil ich das Gefühl habe, dass momentan zwei Erkundungsschiffe in der Weite eines unbekannten Ozeans an Möglichkeiten segeln, natürlich nicht im Stande, alles allein zu erforschen. All das, während die anderen Schiffswerften mehr und mehr Geld in die Dekoration ihrer großen, langsamen Fähren investieren, die zwischen Punkt A und Punkt B hin- und herschippern. Weil das genug Profit bringt, um damit zufrieden zu sein, oder, weil man sich zu sehr vor den unbekannten Tiefen scheut.

Ich behaupte nicht, dass Nintendo augenblicklich nach Betreten des HD-Zeitalters all die unerforschten Möglichkeiten entdecken wird. Ich empfinde jedoch eine ausgeprägte Uneinigkeit gegenüber denjenigen Leuten, die Wii U bereits jetzt abschreiben, nur wegen einer Rechenleistung, die möglicherweise auf 360-Niveau liegt und nicht den nächsten großen Sprung in Sachen Power bringt. Es ist gleichermaßen traurig und pervers, wieviel Kreativität verloren gegangen ist durch den industrieweiten Fokus auf Shooter und "erwachsene Spiele", also tatsächlich kindische "cool games", oder aber durch den Versuch, Hollywood-Filme zu imitieren mit immer noch cinematischeren Präsentationen, anstatt die Stärken des Mediums Videospiel weiter zu erforschen und voranzutreiben (und für diejenigen, die an dieser Stelle einwenden wollen "warum muss es denn entweder oder heißen?": Stellt diese Frage nicht mir, sondern der Industrie-Realität!).

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Weil ich weiß, dass es das Lieblingsspiel vieler Zocker ist (nicht meines!), möchte ich zum Ende dieser Meinung (mit der ihr gern uneins sein könnt) The Legend of Zelda: Majora´s Mask in die Debatte werfen. Majorás Mask ist zum Ende der Lebenszeit des Nintendo 64 erschienen, und doch hat es ein schockierend frisches, unverbrauchtes Gameplay-Konzept eingeführt. Es war ein kleineres Spiel als Ocarina of Time. Es hat nicht das Mantra von "größer, hübscher, besser" verfolgt. Es hat sich erlaubt, eine unerforschte Idee aufzugreifen, aus der später eines der von Fans am meisten geliebten Zelda-Spiele werden sollte. Erschienen ist es Ende 2000. Zur selben Zeit, als Sony den Launch der PlayStation 2 feierte.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
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